Am vergangenen Freitag war die Freude groß bei allen, die es mit der SpVgg Unterhaching halten. Tief in der Nachspielzeit erzielte Alexander Winkler den 3:2-Siegtreffer im Auswärtsspiel bei der SpVgg Bayreuth, womit sich Haching in der Tabelle vor den Würzburger Kickers hält. Zumindest was den Aufstieg in die 3. Liga betrifft, waren dies aber keine „Big Points”: Denn der Verein hat mitgeteilt, auf den Aufstieg zu verzichten.
Da der aktuelle Tabellenführer der Regionalliga Bayern, der 1. FC Nürnberg II, bereits bekanntgegeben hatte, sich nicht für die 3. Liga zu bewerben, ging es nur um die Frage: Haching oder Würzburg? Sportlich ist es zwischen SpVgg und Kickers ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei, der nach aktuellem Stand nicht nur zur Teilnahme am DFB-Pokal 2026/27, sondern auch zu den Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Nordost (entweder Lokomotive Leipzig oder Carl Zeiss Jena) berechtigt.
Nun deutet alles darauf hin, dass die Würzburger ungeachtet der Abschlussplatzierung als bayerischer Vertreter in den Aufstiegsspielen antreten werden. Denn die SpVgg Unterhaching hat angekündigt, an einer möglichen Relegation nicht teilzunehmen und verzichtet damit auf die Chance, erneut in die 3. Liga aufzusteigen. Dabei seien alle relevanten Kriterien abgewogen worden. „Diese Entscheidung war auch aus Sicht des Aufsichtsrates unumgänglich, denn die wirtschaftliche Stabilität ist die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige und erfolgreiche Zukunft”, heißt es in der Mitteilung der SpVgg.
„Wir müssen realistisch sein und feststellen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen Wiederaufstieg nicht gegeben sind”, erklärt Präsident Manfred Schwabl: „Für die Mannschaft, das Trainerteam und unsere Fans ist das nach der starken Leistung in dieser Saison natürlich eine Enttäuschung. Die Perspektive auf einen Aufstieg in Liga 3 in den nächsten Jahren werden wir aber nicht aus den Augen verlieren”. Schon die letzte Phase im Profifußball (2023 bis 2025) war ein finanzieller Kraftakt für den Verein. Und auch rein sportlich war Haching 2024/25 letzten Endes chancenlos.
Eine Liga tiefer, in der Bayernliga Süd, gibt es ein ähnliches Bild: Sportlich hätten zwei andere Vereine aus dem Landkreis München - der SV Heimstetten und der FC Deisenhofen - noch realistische Chancen, in die Regionalliga Bayern aufzusteigen, doch beide Clubs haben sich erst gar nicht um eine Lizenz bemüht. In Deisenhofen fehlt es unter anderem an einem regionalliga-tauglichen Stadion mit Flutlicht, zumal möchte der Verein aus der Gemeinde Oberhaching kein finanzielles Risiko eingehen. Beim Ex-Regionalligisten Heimstetten wäre zumindest schon das Stadion vorhanden, doch sprechen auch in diesem Jahr laut Verein „finanzielle und strukturelle Gründe” gegen einen Aufstieg.
In der Bayernliga Süd gibt es zudem noch den Sonderfall, dass der aktuelle Tabellenführer TSV 1860 München II nicht aufsteigen darf, solange die Profis nur in der 3. Liga spielen. Somit hat der TSV Landsberg als Tabellenzweiter bereits jetzt den direkten Aufstieg in die Regionalliga in der Tasche. Und auf die Relegation darf neben den ostbayerischen Vertretern SV Kirchanschöring und SV Erlbach sogar der lediglich im Tabellenmittelfeld stehende FC Pipinsried noch hoffen...