Veröffentlicht am 11.08.2026 10:01

Schatten per Kunstbaum: Klimaschirme könnten Aufenthalt an Hitzeplätzen erträglicher machen

Ein Metallgerüst mit schattenspendender Begrünung: Diese Konstruktionen könnten schwer bepflanzbare Hitzeplätze kühlen. (Foto: Ecotrii/ ÖDP, Judith Bauer)
Ein Metallgerüst mit schattenspendender Begrünung: Diese Konstruktionen könnten schwer bepflanzbare Hitzeplätze kühlen. (Foto: Ecotrii/ ÖDP, Judith Bauer)
Ein Metallgerüst mit schattenspendender Begrünung: Diese Konstruktionen könnten schwer bepflanzbare Hitzeplätze kühlen. (Foto: Ecotrii/ ÖDP, Judith Bauer)
Ein Metallgerüst mit schattenspendender Begrünung: Diese Konstruktionen könnten schwer bepflanzbare Hitzeplätze kühlen. (Foto: Ecotrii/ ÖDP, Judith Bauer)
Ein Metallgerüst mit schattenspendender Begrünung: Diese Konstruktionen könnten schwer bepflanzbare Hitzeplätze kühlen. (Foto: Ecotrii/ ÖDP, Judith Bauer)

München ächzt unter der Hitze. Besonders auf stark versiegelten Plätzen hält man sich an heißen Sommertagen mittlerweile ungern auf. Bei 30 Grad Lufttemperatur kann sich Asphalt bis auf 60 bis 65 Grad aufheizen. Wohl dem, der da ein schattiges Plätzchen findet. Der effizienteste, ökologisch wertvollste und schönste Schattenspender wäre freilich ein Baum. Doch Bäume lassen sich nicht überall pflanzen: Tiefgaragen, Leitungen, die Kanalisation und Zwischengeschosse von U- und S-Bahnhöfen (die sogenannten „Sperrengeschosse”) waren schon vorher da, machen eine Pflanzung unmöglich oder zumindest sehr teuer. Genau für solche Orte will die ÖDP im Münchner Rathaus nun eine Alternative erproben: begrünte Klimaschirme.

In Stuttgart werden sogenannte „Ecotrii-Klimaschirme” über den Klima-Innovationsfonds der Stadt gefördert. Die Kunstbäume bestehen aus einer modular aufgebauten Konstruktion, die ohne ein Wurzelsystem auskommt und durch Schatten und Verdunstung für Kühle in ihrer unmittelbaren Umgebung sorgen soll. Die Begrünung trägt außerdem zur CO2-Bindung und durch die Verwendung von einheimischen Pflanzen zur Biodiversität bei. Der Pflegeaufwand soll vergleichsweise sein, da jeder „Ecotrii” über seinen eigenen Wasservorrat verfügt.

Die ÖDP hat deshalb einen Antrag gestellt, „Ecotriis” oder vergleichbare Begrünungs- und Beschattungssysteme im Rahmen eines Pilotprojekts auch in München zu testen. Als Standorte bieten sich neben stark versiegelten Bereichen in der Innenstadt auch Neubauviertel wie Freiham an. Grundsätzlich sollen die Klimaschirme dort zum Einsatz kommen, wo kurzfristig Schatten benötigt wird, Baumpflanzungen aufgrund der baulichen Gegebenheiten aber kaum oder nur mit sehr hohem Aufwand möglich sind.

Schneller Schatten in Neubaugebieten

„Bäume bleiben für uns das Nonplusultra. Doch es gibt viele Orte in München, an denen wir keine Großbäume pflanzen können. Klimaschirme können dort viel schneller für ein größeres Grünvolumen sorgen und Schatten schaffen,” sagt Johann Sauerer, planungspolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der ÖDP-Fraktion im Stadtrat: „Gerade in Neubauvierteln müssen die Menschen nicht erst Jahrzehnte warten, bis neu gepflanzte Bäume groß genug sind. Angesichts des Klimawandels sollten Städte viel stärker voneinander lernen. Es muss nicht jeder das Rad neu erfinden, wenn andere gute Ideen längst auf die Straße gebracht haben.“

Prototyp perfekt

Nach Angaben der Entwickler ist inzwischen ein Prototyp des „Ecotriis” fertiggestellt und in Stuttgart öffentlich zu sehen. Das System setzt auf wassereffiziente Substrate, eine an den jeweiligen Standort angepasste Bepflanzung und digitales Monitoring – alles, um die Pflegemaßnahmen in Grenzen halten. Die Blätter kühlen durch die Abgabe von Feuchtigkeit, spenden Sauerstoff und verbessern so gleichzeitig die Luftqualität.

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