Durch den Brand in der evangelischen Kirche St. Johannes am Preysingplatz am 23. Mai sind erhebliche Schäden im Kirchenraum entstanden. Nach Einschätzung der Sachverständigen werden die umfassenden Reinigungsarbeiten voraussichtlich erst kurz vor Weihnachten abgeschlossen sein. Während der Arbeiten können in der Kirche keine Veranstaltungen stattfinden, teilte die Kirchengemeinde mit.
Dank der Unterstützung der katholischen Kirche können die Sonntagsgottesdienste in den folgenden Monaten in den Kirchen des katholischen Pfarrverbandes Haidhausen gefeiert werden, zum Beispiel am Sonntag, 28. Juni, um 10 Uhr der Gottesdienst mit Abendmahl und Kindergottesdienst in der alten Haidhauser Kirche (Kirchenstraße 37). Die Singschule St. Johannes hat bis zu den Sommerferien im Gasteig Proberäume gefunden. Für Konzerte wird ebenfalls ausgewichen - zuletzt lud das Blechbläserensemble Preysingbrass zu „Im Klang der Zeiten” in die Giesinger Lutherkirche ein. Die Veranstaltungsorte für die nächsten Monate sind auf der Website www.stjohannes.de, den Aushängen an der Kirche oder auf Instagram (@stjohannesmuenchen) zu finden.
„Ich bin berührt und dankbar, wie viel Unterstützung wir bei der Suche nach alternativen Orten erleben durften. Pater Alfons Friedrich vom Pfarrverband Haidhausen hat uns umgehend geschwisterliche Hilfe zugesagt“, sagt Nina Spehr, geschäftsführende Pfarrerin in St. Johannes, der viertältesten evangelisch-lutherischen Gemeinde in der Stadt München. Aktuell zählt die Gemeinde, deren Gebiet Haidhausen und die Au umfasst, rund 4500 Mitglieder.
Der Schaden, den der Brand in der Johanneskirche verursacht hat, sei weitaus größer als angenommen, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde. Im ganzen Kirchenraum haben sich Rußpartikel abgesetzt, die mit einem speziellen Reinigungsverfahren entfernt werden müssen. Dazu werden parallel mehrere Hebebühnen in der Kirche im Einsatz sein. Neben vielen anderen Maßnahmen wird auch die Reinigung der Orgel notwendig sein, die dafür extra ausgebaut werden muss. Der Schaden wird insgesamt auf eine höhere sechsstellige Summe geschätzt. Personen sind durch das Feuer kurz vor Pfingsten nicht verletzt worden.
Die Münchner Polizei hat inzwischen einen Tatverdächtigen für den Brand in St. Johannes festgenommen. Nachdem Polizeibeamte im versperrten Kirchenschiff Reste eines abgebrannten Pappkartons festgestellt hatten, wurde durch das Kommissariat 13 wegen einer vorsätzlichen Brandstiftung ermittelt. Am Dienstag, 16. Juni, meldete sich schließlich ein 27-Jähriger bei einer Münchner Polizeidienststelle und gab an, für die Brandstiftung in der Kirche verantwortlich zu sein. Der Mann wurde daraufhin festgenommen und wegen der schweren Brandstiftung angezeigt.
Anschließend wurde der Verdächtige der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt. Der Richter erließ einen Unterbringungsbefehl für den 27-Jährigen, da auch eine psychische Problematik bei ihm festgestellt worden war. Das Kommissariat 13 führe weiterhin die Ermittlungen zu dem Fall, teilte das Polizeipräsidium mit.