Veröffentlicht am 13.05.2026 11:13

Im Prinz-Eugen-Park nisten geschützte Wildbienen

Auch die bedrohte Gebänderte Pelzbiene ist inzwischen im Prinz-Eugen-Park heimisch geworden, ebenso wie viele weitere Wildbienenarten. (Foto: Simone Paffrath)
Auch die bedrohte Gebänderte Pelzbiene ist inzwischen im Prinz-Eugen-Park heimisch geworden, ebenso wie viele weitere Wildbienenarten. (Foto: Simone Paffrath)
Auch die bedrohte Gebänderte Pelzbiene ist inzwischen im Prinz-Eugen-Park heimisch geworden, ebenso wie viele weitere Wildbienenarten. (Foto: Simone Paffrath)
Auch die bedrohte Gebänderte Pelzbiene ist inzwischen im Prinz-Eugen-Park heimisch geworden, ebenso wie viele weitere Wildbienenarten. (Foto: Simone Paffrath)
Auch die bedrohte Gebänderte Pelzbiene ist inzwischen im Prinz-Eugen-Park heimisch geworden, ebenso wie viele weitere Wildbienenarten. (Foto: Simone Paffrath)

Mit der größten zusammenhängenden Holzbausiedlung Deutschlands, großen Grünflächen und begrünten Dächern gilt der Prinz-Eugen-Park als Musterbeispiel für ein nachhaltiges Neubauviertel. Da passt es, dass hier nicht nur über 4.000 Menschen, sondern auch unzählige Wildbienen ein Zuhause gefunden haben. Auch besonders gefährdete Arten nisten dort - und zwar in einer Lehmabbruchkante. Geplant war das nicht.

Zum Weltbienentag am 20. Mai macht der BUND Naturschutz (BN) jährlich auf die besondere Situation der Wildbienen aufmerksam. Neben der allseits bekannten Honigbiene gibt es rund 600 verschiedene Wildbienenarten in Deutschland - wobei mehr als die Hälfte auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten steht. Maßnahmen zum Schutz der Insekten und dem Erhalt ihrer Lebensräume sind daher notwendiger denn je.

Sogar innerhalb einer hochverdichteten Stadt wie München ist Artenschutz möglich. Das zeigt die „Wildbienen-Abbruchkante” aus Lehm im Prinz-Eugen-Park, die vom BUND Naturschutz betreut wird. Die Lehmabbruchkante befindet sich direkt neben dem Gehweg inmitten des neuen Wohngebietes - und ist im Zuge des Straßenbaus ganz zufällig entstanden. Vor Beginn der Arbeiten waren auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Eugen-Kaserne keine nennenswerten Wildbienenvorkommen nachgewiesen worden. Inzwischen lockt der Bereich an der Jörg-Hube-Straße viele unterschiedliche Arten an und bietet ihnen einen Lebensraum.

Wildbienen mögen offene Erde

Da die Straße tiefer liegt als der angrenzende Baumbestand, musste das Gelände vor Baubeginn abgestochen werden. Dabei entstand eine senkrechte Erdkante, wie sie früher in wilden Flusslandschaften oft vorkam. Heute sind solche Strukturen in der aufgeräumten Landschaft eher Mangelware. Weil bodennistende Wildbienen Pionierarten sind, offene Erde mögen und geeignete Flächen sehr schnell finden, wurde die neu entstandene Lehmkante schon kurze Zeit später besiedelt.

Dabei war das Ganze ein Zufall: Der Naturgutachter Robert Mayer wurde in seiner Funktion als ökologische Baubegleitung auf das Wildbienenvorkommen aufmerksam und kartierte es daraufhin zusammen mit der Wildbienenspezialistin Michaela Hofmann. Durch Mayers Empfehlung an das städtische Baureferat, das Engagement vieler Beteiligter und die Unterstützung durch den BUND Naturschutz konnte die Lehmabbruchkante erhalten bleiben. Damit ist der Prinz-Eugen-Park zu einem wichtigen Lebensraum für zahlreiche geschützte Wildbienenarten geworden - von der Riesen-Blutbiene oder der Weiden-Sandbiene bis hin zu Rote-Liste-Arten wie der Gebänderten Pelzbiene, der Pracht-Trauerbiene oder der Großen Harzbiene.

„Der Schutz unserer heimischen Tierwelt muss oft nicht einmal teuer sein. Das Beispiel der Lehmabbruchkante im Prinz-Eugen-Park zeigt, was möglich wird, wenn Fachreferate, Gutachterbüros, engagierte Anwohner und der BUND Naturschutz an einem Strang ziehen”, erläutert Hans Greßirer, stellvertretender Vorsitzender der BN-Kreisgruppe München.

Stiche sind extrem selten

Wie der BUND Naturschutz informiert, sind Wildbienen wertvolle Bestäuber der heimischen Pflanzenwelt - und dazu völlig ungefährlich. Stiche durch Wildbienen sind extrem selten, weshalb die Insekten sehr gut beobachtet werden können. Wildbienen benötigen auf einer Fläche drei Rahmenbedingungen: Nistplatz, Nistmaterialien sowie Nahrung in Form von Pollen und Nektar. Das alles muss in einem Radius von wenigen hundert Metern zur Verfügung stehen.

2018 hat die Landeshauptstadt München ihre Biodiversitätsstrategie verabschiedet, um eine möglichst große Tier- und Pflanzenvielfalt zu erhalten. Bei der Anlage und Betreuung von Biodiversitätsflächen im Prinz-Eugen-Park unterstützt nun das Referat für Klima- und Umweltschutz den BUND Naturschutz. „Wir als Stadtverwaltung nehmen den Auftrag, die Vielfalt der Natur zu bewahren, sehr ernst. Seit 2010 wurden im Münchner Stadtgebiet noch stolze 272 Wildbienenarten gefunden”, erläutert Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz. Außerdem wird das Projekt „Lehmabbruchkante” durch den Bezirksausschuss Bogenhausen (BA 13) gefördert.

Simone Paffrath von der BN-Kreisgruppe München betreut die Flächen gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus dem Quartier unter fachlicher Begleitung der Wildbienenexpertin Julie Weissmann. Die Kreisgruppe München ist mit über 32.000 Mitgliedern die größte Kreisgruppe des BUND Naturschutz in Bayern. Die Mitglieder des Vereins engagieren sich auch in anderen Bereichen wie Arten- und Baumschutz, Wiedervernässung von Mooren, Umweltbildung an Kitas und Schulen, ökologische Ernährung oder nachhaltige Mobilität.

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