Veröffentlicht am 29.09.2026 09:08

Ausstellung „Klimaflucht” im Landratsamt München

Gruppenbild mit Insulanerin (von links): Jens Diehr (Sachgebietsleiter Energie und Klimaschutz am Landratsamt München), Thomas Münchow vom Team Klimafolgenanpassungsmanagement, Ausstellungsfigur vom Korallenatoll Tokelau im Südpazifik, Jochen Döring (Ha-Ile), Luisa Ehmke (Klimafolgenanpassungsmanagement) und Andrea Rückert (SchuPa-Tansania). (Foto: Landratsamt München)
Gruppenbild mit Insulanerin (von links): Jens Diehr (Sachgebietsleiter Energie und Klimaschutz am Landratsamt München), Thomas Münchow vom Team Klimafolgenanpassungsmanagement, Ausstellungsfigur vom Korallenatoll Tokelau im Südpazifik, Jochen Döring (Ha-Ile), Luisa Ehmke (Klimafolgenanpassungsmanagement) und Andrea Rückert (SchuPa-Tansania). (Foto: Landratsamt München)
Gruppenbild mit Insulanerin (von links): Jens Diehr (Sachgebietsleiter Energie und Klimaschutz am Landratsamt München), Thomas Münchow vom Team Klimafolgenanpassungsmanagement, Ausstellungsfigur vom Korallenatoll Tokelau im Südpazifik, Jochen Döring (Ha-Ile), Luisa Ehmke (Klimafolgenanpassungsmanagement) und Andrea Rückert (SchuPa-Tansania). (Foto: Landratsamt München)
Gruppenbild mit Insulanerin (von links): Jens Diehr (Sachgebietsleiter Energie und Klimaschutz am Landratsamt München), Thomas Münchow vom Team Klimafolgenanpassungsmanagement, Ausstellungsfigur vom Korallenatoll Tokelau im Südpazifik, Jochen Döring (Ha-Ile), Luisa Ehmke (Klimafolgenanpassungsmanagement) und Andrea Rückert (SchuPa-Tansania). (Foto: Landratsamt München)
Gruppenbild mit Insulanerin (von links): Jens Diehr (Sachgebietsleiter Energie und Klimaschutz am Landratsamt München), Thomas Münchow vom Team Klimafolgenanpassungsmanagement, Ausstellungsfigur vom Korallenatoll Tokelau im Südpazifik, Jochen Döring (Ha-Ile), Luisa Ehmke (Klimafolgenanpassungsmanagement) und Andrea Rückert (SchuPa-Tansania). (Foto: Landratsamt München)

Was bedeutet es, wenn das Meer die eigene Heimat bedroht, Gletscher verschwinden oder Wasser so knapp wird, dass Landwirtschaft nicht mehr möglich ist? Die Ausstellung „Klimaflucht” der Deutschen KlimaStiftung gibt darauf sehr persönliche Antworten. Lebensgroße Figuren erzählen von Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt, deren Leben durch den Klimawandel bereits heute tiefgreifend verändert wird. Bis Freitag, 30. Oktober, ist die Ausstellung im Landratsamt München (Mariahilfplatz 17) kostenlos zu den üblichen Öffnungszeiten sehen.

Reisen nach Alaska und Bolivien

Die Geschichten führen unter anderem in den Südpazifik, nach Alaska und nach Bolivien. Eine Bewohnerin des Korallenatolls Tokelau berichtet etwa von steigendem Meeresspiegel, zunehmenden Zyklonen, langen Dürren und Trinkwassermangel. Obwohl die Menschen auf den Inseln selbst nur einen sehr kleinen Anteil zur globalen Erwärmung beitragen, bedroht der steigende Meeresspiegel ihre Heimat unmittelbar.

Nicht nur in weit entfernten Regionen

Die Ausstellung zeigt zugleich, dass die Folgen des Klimawandels nicht nur weit entfernte Regionen treffen. So berichtet auch ein Bewohner einer Hallig an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste vom steigenden Meeresspiegel und von regelmäßigen Überflutungen. Ein Junge aus der Schweiz erzählt davon, wie tauender Permafrost das Leben und Arbeiten auf der Alp seiner Familie verändert.

Gerade diese Verbindungen machen die Ausstellung im Landratsamt besonders anschaulich: Denn wenn Gletscher schmelzen, fehlt andernorts Trinkwasser. Gleichzeitig trägt das Schmelzwasser zum Anstieg der Meeresspiegel bei - und bedroht Inseln und Küstenregionen, die tausende Kilometer entfernt liegen. Die persönlichen Geschichten zeigen damit anschaulich, was abstrakte Begriffe wie Erderwärmung, Meeresspiegelanstieg oder Klimafolgen im Alltag von Menschen bedeuten können.

Folgen auch im Landkreis spürbar

Auch im Landkreis München sind die Folgen des Klimawandels längst angekommen. Im Rahmen einer Begleitveranstaltung zur Ausstellung zeigte das Team Klimafolgenanpassung des Landratsamts kürzlich, wie sich das Klima vor Ort verändert und welche Folgen damit verbunden sind. So steigt die mittlere Jahrestemperatur seit Jahrzehnten an. Gleichzeitig nehmen Hitzeperioden, Tropennächte und extreme Wetterereignisse zu.

Der Landkreis München beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Klimaschutz und verstärkt zugleich seine Aktivitäten zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Mit der „29++ Klima. Energie. Initiative.”, der „Aktion Zukunft+” und dem Klimafolgenanpassungsmanagement unterstützt der Landkreis Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung – vor Ort ebenso wie im globalen Süden.

Praktische Hilfe durch zwei Haarer Vereine

Wie die praktische Unterstützung aussehen kann, zeigten bei der Begleitveranstaltung zwei Initiativen. Jochen Döring vom Haarer Verein „Ha-Ile” (steht für Haar-Ilembula) berichtete von den Veränderungen im südwestlichen Hochland Tansanias. Kürzere Regenzeiten, geringere Niederschläge, zugleich aber häufigerer Starkregen erschweren dort die Landwirtschaft. Ernteausfälle treffen die Menschen in der Region, die als eine der Kornkammern Tansanias gilt, besonders hart. Der Verein unterstützt deshalb unter anderem ein nachhaltiges Wassermanagement: Kirchengebäude werden mit Regenrinnen und Wassertanks ausgestattet, Brunnen gebohrt und Seminare für eine an die veränderten Bedingungen angepasste Landwirtschaft angeboten.

Andrea Rückert vom ebenfalls in Haar sitzenden Verein „SchuPa-Tansania” zeigte, wie Schulpartnerschaften zwischen Deutschland und Tansania konkrete Verbesserungen bewirken können. Zu den beteiligten Schulen gehören das Ernst-Mach-Gymnasium in Haar und das Kurt-Huber-Gymnasium in Gräfelfing. Durch das Engagement konnten zum Beispiel Solaranlagen installiert werden. Sie liefern Strom für Wasserpumpen, mit denen Schulgärten bewässert werden. So steht den Jugendlichen regelmäßig frisches Gemüse zur Verfügung. In einem Filmbeitrag durften die Besucher zudem erleben, welch intensive persönliche Verbindungen zwischen jungen Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen durch die Partnerschaften entstehen können.

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